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Über einen 'Stufenplan' zum Erfolg Bündelung der Kräfte soll den Stadtrat überzeugen / Bürger zur Mithilfe aufgerufen Von Gabi Fischer Demokratie ist ein langwieriger und oftmals schwieriger Prozess. Und nicht immer sieht es am Anfang der Diskussion so aus, als könnte zum Schluss etwas Brauchbares herauskommen. Diese Erfahrung machten auch die Untergiesinger bei ihrem ersten Treffen zur Neugestaltung des Hans-Mielich- Platzes. Zwar waren rund 50 Bürgerinnen und Bürger dem Aufruf von Melanie Kieweg in die Gaststätte 'Hans Mielich' gefolgt, doch anfangs schien es nicht so recht voranzugehen. Der Vorsitzende des Maibaumvereins, Karl-Heinz Schmidt, war zunächst vor allem anwesend, um seinen Unmut darüber zu äußern, dass er in die Vorbereitung nicht einbezogen wurde, obwohl der Maibaumverein doch schon 'seit zwanzig Jahren den Maibaum hegt und pflegt'. Durch diesen Vorwurf, den er bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit wieder anbrachte, schien eine sachliche Diskussion nur schwer zustande zu kommen. Doch so nach und nach brachten die Anwesenden Vorschläge und Ideen ein, die der Moderator der Veranstaltung und frühere Vorsitzende des Bezirksausschusses 18 (Untergiesing/Harlaching), Richard Gebhard, alle auf grüne Zettel notierte und an die Wand klebte. Von einer öffentlichen Toilette war die Rede, einem größeren Festplatz um den Maibaum, Gehsteigbefestigung, Verlagerung der Müllcontainer, Verkehrsberuhigung. Die anwesenden Vertreter der Stadtverwaltung unterstützten die Initiative der Untergiesinger, mahnten jedoch, die Realität dabei nicht aus den Augen zu verlieren. Helmut Ammer, Leiter der Abteilung Gartenbau im Baureferat, sieht sich als Partner. Auch Bruno Schmaus von der Abteilung Straßenplanung und -bau begrüßte die Idee, für den Hans-Mielich-Platz ein Konzept zu entwickeln. Die Stadtverwaltung selbst könne aber mit der Planung erst beginnen, wenn sie vom Stadtrat dazu einen Auftrag bekomme und das geschehe erst, wenn das Projekt mindestens in Investitionsliste II zu finden sei. Dort war der Hans-Mielich-Platz zwar schon einmal aufgenommen, ist aber seit 1995 herausgefallen. Das bedeutet für die Zukunft des Hans-Mielich-Platzes, dass die Initiative entweder Einfluss auf den Stadtrat nehmen oder sich anderweitig nach einer Planung umsehen muss. Melanie Kieweg hat bereits das Angebot, dass Studenten des Lehrstuhls für Städtebau und Entwerfen der Technischen Universität die Planung des Hans-Mielich-Platzes als Stegreif übernehmen könnten. Und Horst Walther, Vorsitzender des Vereins 'Freunde Giesings', stellte seine Kontakte zu Hochschulen zur Verfügung. Auch Helmut Steyrer, Architekt und Stadtrat von Bündnis 90/Die Grünen, wird kreativ, wenn er über den Hans-Mielich-Platz fährt. Seiner Meinung nach ist es auf alle Fälle möglich, die Planung für eine Neugestaltung zu organisieren, schwieriger werde es jedoch mit der Realisierung des Projektes, da der Stadt schlicht das Geld fehlt. 'Das Spannende ist aber, dass die Bürger und der Bezirksausschuss gemeinsam an diesem Projekt arbeiten und die Verantwortung übernehmen. Der Stadtrat kann dann Mittel und Wege finden, wie man das Geld, das da ist, sinnvoll einsetzt.' Sowohl er als auch der CSU-Stadtrat Peter Pertschy, sagten den Untergiesingern ihre volle Unterstützung zu. Einig waren sich Stadträte und Bürger, dass das Thema 'Neugestaltung des Hans-Mielich-Platzes' schon zu lange ergebnislos diskutiert wurde. Anfangs war es der U- Bahn-Neubau, der die Umgestaltung unmöglich machte, heute ist es die Bahnplanung, obwohl von Seiten der Bahn klar ist, dass, so Steyrer, vor dem Jahr 2010 mit dem S-Bahn- Südring nicht zu rechnen ist. 'Wir müssen jetzt anfangen, sonst gibt es immer irgendeinen Grund, warum die Umgestaltung verschoben werden muss', forderte BA-Mitglied Helga Hügenell (SPD). Bezüglich der Haushaltslage der Stadt war aber auch allen klar, dass der Druck sehr groß sein muss, damit etwas erreicht werden kann. Daher richtete die BA-Vorsitzende Christa Knappig (SPD) den Appell an alle anwesenden Bürger, mit Papier und Bleistift ausgerüstet, über den Hans-Mielich-Platz zu gehen, sich Verbesserungsvorschläge auszudenken und andere dazu zu animieren, das gleiche zu tun. Die Vorschläge werden beim BA selbst oder bei Melanie Kieweg (Tel. 65 44 92) gesammelt und bei einem Fest auf dem Hans-Mielich-Platz am 27. September 1997 vorgestellt. Richard Gebhardt entwickelte als Ergebnis der Diskussion einen Stufenplan. Auch nach dem Fest werde sich der Bezirksausschuss weiterhin mit dem Thema beschäftigen und die Verbindung zur Stadtverwaltung halten. Dann könne eine Einwohnerversammlung einberufen werden, deren Votum dann in die Bürgerversammlung eingehen kann. Am Ende der Sitzung hatte dann auch Karl-Heinz Schmidt vom Maibaumverein eingesehen, dass Zusammenarbeit eventuell fruchtbarer sein könnte und bot seine Unterstützung an . |